meinbussgeld.de · Bußgeldkatalog 2026
Promillerechner 2026 aktuell: Alkoholwert unverbindlich berechnen
Promille grob berechnen: Formel, Verteilungsfaktor, Abbau, Trinkmenge und Grenzen. Dazu aktuelle Alkoholgrenzen 2026, Restalkohol und sichere Entscheidung.
Stand: 2026-07-22· Lesezeit: 18–22 Minuten· Geprüft: Redaktion meinbussgeld.de
Sicherheitshinweis: Ein Promillerechner kann weder einen Blut- oder Atemalkoholtest ersetzen noch zuverlässig entscheiden, ob Sie fahren dürfen. Eingabefehler, verzögerte Alkoholaufnahme, individuelle Verteilung und schwankender Abbau führen zu erheblichen Abweichungen. Wer Alkohol getrunken hat, sollte nicht fahren und eine sichere Alternative wählen. Bei Bewusstseinsstörung, Atemproblemen oder Verdacht auf Alkoholvergiftung gilt 112.
Rechnen Sie hier aus, was das kostet!
Dieser Rechner dient nur der Einordnung und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Prüfung.
Aktuelle Bußgeldtabelle
Alkohol am Steuer – Betrunken ein KFZ gefahren?
Bußgeldwerte aus der zentral gepflegten 2026-Datenquelle. Gebühren und Auslagen können optional eingeblendet werden; die Entscheidung im Einzelfall bleibt unverbindlich.
| Tatbestand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot | Lohnt ein Einspruch? |
|---|---|---|---|---|
| Promillegrenze von 0,0 überschritten (gilt für Fahrer unter 21 oder in der Probezeit) | 250 € | 1 | ||
| Promillegrenze von 0,5 überschritten | ||||
| ... beim 1. Mal | 500 € | 2 | 1 Monat | |
| ... beim 2. Mal | 1.000 € | 2 | 3 Monate | |
| ... beim 3. Mal | 1.500 € | 2 | 3 Monate | |
| Verkehr durch Alkohol am Steuer gefährdet (ab 0,3 Promille) | 3 | (1) | ||
| Promillegrenze von 1,09 überschritten | 3 | (1) |
1) Entziehung der Fahrerlaubnis, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe
Richtwerte nach aktuellem Bußgeldkatalog · Alle Angaben ohne Gewähr · Quelle: StVG-StGB-BKatV
Was ein Promillerechner kann und was nicht
Ein Promillerechner übersetzt Angaben wie Getränkemenge, Alkoholgehalt, Körpergewicht, Zeitraum und modellhaften Verteilungsfaktor in einen rechnerischen Schätzwert. Er kann zeigen, warum mehrere Getränke eine relevante Größenordnung erreichen und weshalb Restalkohol länger anhält als subjektiv erwartet. Für Prävention und Verständnis ist das nützlich.
Der Rechner misst jedoch nichts. Er kennt weder den tatsächlichen Alkoholgehalt jedes Getränks noch die individuelle Aufnahme und den realen Abbau. Er erkennt keine Medikamente, Lebererkrankungen, Magenfüllung oder Trinkspitzen. Ein scheinbar niedriger Wert ist daher keine Freigabe zum Fahren.
| Der Rechner kann | Der Rechner kann nicht |
|---|---|
| eine theoretische Größenordnung veranschaulichen | den tatsächlichen Blutalkohol bestimmen |
| Getränkemengen in Gramm Alkohol umrechnen | eine Blutprobe oder geeichte Atemmessung ersetzen |
| ein Modell mit Zeitabzug zeigen | individuelle Resorption exakt vorhersagen |
| auf Restalkohol aufmerksam machen | Fahrtüchtigkeit medizinisch beurteilen |
| rechtliche Schwellen erklären | garantieren, dass keine Straftat vorliegt |
Die sicherste Produktgestaltung zeigt deshalb kein grünes „Du darfst fahren“. Auch bei einem rechnerischen Wert von 0,0 können Müdigkeit, Krankheit, Medikamente oder Drogen die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Umgekehrt kann ein Modell bereits 0 anzeigen, obwohl noch messbarer Alkohol vorhanden ist.
Widmark-Formel einfach erklärt
Die bekannte Widmark-Näherung setzt die aufgenommene Alkoholmasse ins Verhältnis zum Körpergewicht und einem Verteilungsfaktor. In vereinfachter Form lautet sie:
Blutalkohol in ‰ ≈ Alkohol in Gramm ÷ (Körpergewicht in kg × Verteilungsfaktor) − Abbau
Der Verteilungsfaktor soll abbilden, dass Alkohol sich vor allem im Körperwasser verteilt. Häufig werden vereinfachte geschlechtsbezogene Standardwerte verwendet. Solche Pauschalen bilden individuelle Körperzusammensetzung nicht zuverlässig ab und schließen nichtbinäre oder intersexuelle Menschen schlecht ein. Ein verantwortungsvoller Rechner bezeichnet den Faktor deshalb als Modellparameter und nicht als biologische Gewissheit.
Neuere Rechenmodelle können Größe, Gewicht und weitere Variablen einbeziehen. Auch sie bleiben Schätzungen. Die scheinbare Genauigkeit von zwei Nachkommastellen ist irreführend. Ein Ergebnis wie 0,47 ‰ bedeutet nicht, dass der reale Wert genau in der Nähe liegt oder unter einer rechtlichen Schwelle bleibt.
Beispiel ohne Fahrfreigabe
Eine Person gibt 40 Gramm Alkohol, 80 Kilogramm Körpergewicht und einen Modellfaktor von 0,7 ein. Vor einem Zeitabzug ergibt die einfache Rechnung rund 0,71 ‰. Mit einem angenommenen Abbau könnte ein niedrigerer Wert angezeigt werden. Der reale Spitzenwert kann aber später eintreten, und der individuelle Abbau kann langsamer sein. Das Beispiel erklärt nur Mathematik; es sagt nicht, dass nach einer bestimmten Wartezeit gefahren werden darf.
Getränkemenge in Gramm Alkohol umrechnen
Getränke werden in Millilitern oder Litern verkauft, der Alkoholgehalt steht in Volumenprozent auf dem Etikett. Um die reine Alkoholmasse zu schätzen, wird das Volumen mit dem Volumenanteil und der Dichte von Ethanol von ungefähr 0,8 Gramm pro Milliliter multipliziert.
Gramm Alkohol ≈ Getränkemenge in ml × Volumenprozent ÷ 100 × 0,8
Ein halber Liter Bier mit 5 Volumenprozent enthält nach dieser Näherung etwa 20 Gramm reinen Alkohol. 0,2 Liter Wein mit 12 Volumenprozent enthalten ungefähr 19,2 Gramm. Bei Spirituosen hängt die Menge stark von Glasgröße und Mischungsverhältnis ab.
| Getränk, Beispiel | Menge | Alkoholgehalt | reine Alkoholmenge ungefähr |
|---|---|---|---|
| Bier | 0,5 l | 5 Vol.-% | 20 g |
| Wein | 0,2 l | 12 Vol.-% | 19,2 g |
| Sekt | 0,1 l | 11 Vol.-% | 8,8 g |
| Spirituose | 0,04 l | 40 Vol.-% | 12,8 g |
| alkoholhaltiger Longdrink | 0,3 l | variabel | ohne Rezept nicht zuverlässig |
Die Werte sind Produktbeispiele, keine Standardglas-Garantie. Starkbier, große Weingläser und selbst gemischte Cocktails können deutlich mehr enthalten. Auf Festivals oder privaten Feiern ist die ausgeschenkte Menge oft unbekannt. Nachschenken erschwert die Erinnerung zusätzlich.
Volumenprozent ist nicht Promille
5 Volumenprozent auf einer Bierflasche sind nicht 5 Promille im Blut. Der erste Wert beschreibt den Anteil im Getränk, der zweite die Alkoholkonzentration im Körper. Dazwischen liegen Trinkmenge, Resorption, Körperverteilung, Zeit und Abbau. Die Begriffe dürfen nicht direkt umgerechnet werden.
Alkoholabbau und Resorptionsdefizit
Nicht der gesamte getrunkene Alkohol erscheint sofort und vollständig im Blut. Ein Teil wird vor oder während der Aufnahme verarbeitet; in Rechenmodellen wird dafür ein Resorptionsdefizit angesetzt. Die Höhe schwankt und darf nicht als sichere Gutschrift verwendet werden.
Alkohol wird überwiegend über die Leber abgebaut. Häufig genannte Modellwerte liegen ungefähr zwischen 0,1 und 0,15 Promille pro Stunde, in forensischen Berechnungen können je nach Fragestellung andere Sicherheitswerte verwendet werden. Der Abbau beginnt nicht zuverlässig mit dem ersten Schluck in einer Weise, die einfach minutengenau abgezogen werden kann. Während der Resorptionsphase kann der Blutalkohol trotz Trinkende noch steigen.
Kaffee, kalte Dusche, Bewegung, Schlaf oder Erbrechen beschleunigen den enzymatischen Abbau nicht verlässlich. Sie können das subjektive Wachheitsgefühl verändern, nicht aber Alkohol aus dem Blut „neutralisieren“. Auch reichhaltiges Essen verhindert eine Alkoholisierung nicht; es kann die Aufnahme verzögern und den Spitzenwert verschieben.
Alkoholgrenzen im Straßenverkehr 2026
Für Fahranfängerinnen und Fahranfänger in der Probezeit sowie für Personen unter 21 Jahren gilt nach § 24c StVG ein Alkoholverbot. Für andere Kraftfahrzeugführende kann ab 0,5 Promille Blutalkohol beziehungsweise dem gesetzlichen Atemalkoholwert eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG vorliegen, auch ohne erkennbaren Fahrfehler.
Bereits ab etwa 0,3 Promille kann relative Fahruntüchtigkeit angenommen werden, wenn alkoholbedingte Ausfallerscheinungen oder ein Unfall hinzukommen. Für Kraftfahrzeuge gilt ab 1,1 Promille absolute Fahruntüchtigkeit. Dann liegt regelmäßig eine Straftat vor, unabhängig davon, ob die Fahrt äußerlich sicher wirkte. Diese Schwellen stammen teilweise aus gefestigter Rechtsprechung und dürfen nicht als Zielwerte verstanden werden.
| Konstellation | Relevante Schwelle/Regel | Mögliche Folge |
|---|---|---|
| unter 21 oder Probezeit | Alkoholverbot | Bußgeld, Punkt und Probezeitmaßnahmen möglich |
| allgemeine 0,5-Promille-Grenze | ab 0,5 ‰ beziehungsweise 0,25 mg/l Atemalkohol | Ordnungswidrigkeit ohne Ausfall nötig |
| relative Fahruntüchtigkeit | ab etwa 0,3 ‰ plus alkoholbedingter Fehler/Gefahr | Straftat möglich |
| absolute Fahruntüchtigkeit Kfz | ab 1,1 ‰ | Straftat regelmäßig gegeben |
| absolute Fahruntüchtigkeit Fahrrad | ab 1,6 ‰ | Straftat; MPU-Risiko möglich |
Im Einzelfall können schon unterhalb von 0,3 Promille Beeinträchtigungen bestehen. Ein Promillerechner ist daher keine Strategie, „knapp unter 0,5“ zu bleiben. Wer sich auf eine Modellzahl verlässt, nimmt Messabweichung und zeitlichen Anstieg in Kauf.
Medikamente und Mischkonsum
Alkohol kann die Wirkung von Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- oder Allergiemitteln verstärken. Auch frei verkäufliche Medikamente können müde machen. Die Kombination mit Cannabis oder anderen Drogen ist besonders unvorhersehbar. Rechtliche Schwellen für einzelne Stoffe sagen nicht, dass Mischkonsum bis dahin sicher wäre.
Die wichtigsten Unsicherheitsfaktoren
Ein seriöses Rechnerergebnis braucht eine sichtbare Unsicherheitswarnung. Folgende Punkte können den tatsächlichen Wert verändern:
- Glasgröße und Alkoholgehalt wurden falsch geschätzt.
- Trinkbeginn und Trinkende sind ungenau erinnert.
- Der Alkohol befindet sich noch in der Resorptionsphase.
- Körperwasseranteil und Verteilungsfaktor weichen vom Modell ab.
- Magenfüllung verzögert den Spitzenwert.
- Krankheit, Medikamente und Leberfunktion beeinflussen Wirkung und Abbau.
- Die angenommene Abbaurate ist höher als die individuelle Rate.
- Getränke wurden nachgeschenkt oder gemeinsam geteilt.
- Restalkohol vom Vortag wurde nicht berücksichtigt.
- Das subjektive Gefühl hat sich an Alkohol gewöhnt und unterschätzt die Beeinträchtigung.
| Rechneranzeige | Falsche Interpretation | Sichere Interpretation |
|---|---|---|
| „0,0 ‰“ | „Ich bin garantiert nüchtern“ | Modell ist rechnerisch bei null; keine Messung |
| „unter 0,5 ‰“ | „Fahren ist erlaubt“ | andere Schwellen und Fahrfehler bleiben relevant |
| „noch 2 Stunden“ | „Danach sicher fahrbereit“ | keine verlässliche Uhrzeit ableitbar |
| „Spitzenwert erreicht“ | „Wert sinkt jetzt sicher“ | Resorption kann individuell andauern |
| „wenig Alkohol“ | „Wirkung ist irrelevant“ | Aufmerksamkeit kann bereits beeinträchtigt sein |
Restalkohol am nächsten Morgen
Restalkohol wird häufig unterschätzt, weil das subjektive Rauschgefühl verschwunden ist. Wer spät am Abend einen hohen Wert erreicht, kann am nächsten Morgen weiterhin messbaren Alkohol im Körper haben. Schlaf senkt den Wert nur in dem Umfang, in dem während der Zeit normaler Abbau stattfindet.
Ein Beispiel zeigt die Größenordnung: Bei einem tatsächlichen Wert von 1,2 Promille um 2 Uhr und einem langsamen Abbau von 0,1 Promille pro Stunde wären um 8 Uhr modellhaft noch 0,6 Promille vorhanden. Der echte Startwert und Abbau sind aber unbekannt. Daraus lässt sich keine persönliche Freigabe ableiten.
Auch ein Kater kann ohne messbaren Alkohol die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen: Kopfschmerzen, Flüssigkeitsmangel, schlechter Schlaf und verlangsamte Reaktion erhöhen Risiken. Wer morgens Zweifel hat, lässt das Fahrzeug stehen. Private Atemtester haben Mess- und Wartungsgrenzen und ersetzen keine sichere Entscheidung.
Fahrrad, E-Scooter und andere Fahrzeuge
Für Fahrräder wird die absolute Fahruntüchtigkeit regelmäßig ab 1,6 Promille angenommen. Bei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen oder Gefährdung kann eine Straftat schon ab niedrigeren Werten in Betracht kommen. Eine auffällige Fahrradfahrt kann außerdem Folgen für die Fahrerlaubnis haben, insbesondere eine MPU-Anordnung.
E-Scooter sind Kraftfahrzeuge. Für sie gelten daher grundsätzlich die Alkoholregeln für Kraftfahrzeuge, nicht die 1,6-Promille-Grenze des Fahrrads. Gerade nach Feiern ist die spontane Scooter-Fahrt deshalb rechtlich riskant. Auch Pedelecs werden je nach technischer Einordnung unterschiedlich behandelt: Ein übliches Pedelec bis 25 km/h gilt im Wesentlichen als Fahrrad, ein S-Pedelec als Kraftfahrzeug.
Bei Booten, Schienenverkehr, Luftfahrt oder Arbeitsmaschinen gelten eigene Vorschriften und Verantwortlichkeiten. Der Rechner ist nicht geeignet, dort eine Einsatz- oder Fahrtauglichkeit zu bestimmen.
Atemalkohol, Blutprobe und Zeitbezug
Bei Kontrollen kann die Polizei einen freiwilligen Atemvortest anbieten. Für ein beweissicheres Ordnungswidrigkeitenverfahren gelten besondere Anforderungen an Gerät, Warte- und Kontrollzeiten sowie Durchführung. Atemalkohol wird in Milligramm pro Liter angegeben; Blutalkohol in Promille. Die gesetzliche Entsprechung von 0,25 mg/l zu 0,5 Promille ist keine allgemeine Formel, mit der jeder Atemwert in einen individuellen Blutwert umgerechnet werden kann.
Bei Verdacht auf eine Straftat kann eine Blutprobe angeordnet werden. Sie wird medizinisch entnommen und forensisch untersucht. Der Messzeitpunkt liegt oft nach der Fahrt. Für die Tatzeit können Rück- oder Hochrechnungen erforderlich sein, wobei Trinkende und Nachtrunk eine Rolle spielen.
Nachtrunkbehauptung
Wer behauptet, erst nach der Fahrt Alkohol getrunken zu haben, muss mit gezielten Ermittlungen und mehreren Blutproben rechnen. Ein erfundener Nachtrunk ist keine harmlose Verteidigungsstrategie und kann Glaubwürdigkeit zerstören. Tatsächliche Abläufe sollten wahrheitsgemäß und mit fachkundiger Beratung behandelt werden.
Verkehrskontrolle und Verfahren
Bei einer Kontrolle muss angehalten und den zulässigen Weisungen gefolgt werden. Personalien und Fahrzeugpapiere sind anzugeben beziehungsweise vorzulegen. Niemand muss sich selbst zur Sache belasten. Koordinations- und Atemvortests sind regelmäßig freiwillig; eine angeordnete Blutentnahme folgt anderen Regeln.
| Verfahrensstufe | Bedeutung | Sinnvoller Umgang |
|---|---|---|
| Kontrolle | Feststellung von Auffälligkeiten | ruhig bleiben, keine Flucht, Pflichtangaben korrekt |
| Atemvortest | Orientierung | Freiwilligkeit und Folgen verstehen |
| beweissichere Atemmessung | mögliches OWi-Beweismittel | Durchführung dokumentieren lassen |
| Blutprobe | forensischer Messwert | Anordnung und Zeitpunkte prüfen |
| Anhörung | Gelegenheit zur Äußerung | nicht mit Bußgeldbescheid verwechseln |
| Bescheid/Strafverfahren | formelles Verfahren | Fristen notieren, Akteneinsicht erwägen |
Bei einer Ordnungswidrigkeit kann gegen den Bußgeldbescheid grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung Einspruch eingelegt werden. Im Strafverfahren gelten andere Abläufe und Rechtsmittel. Wegen möglicher Entziehung der Fahrerlaubnis, Sperrfrist oder MPU ist fachkundige Beratung besonders wichtig.
So sollte ein verantwortungsvoller Promillerechner aufgebaut sein
Ein Rechner auf einer Bußgeld-Website trägt besondere Verantwortung: Nutzerinnen und Nutzer können das Ergebnis unmittelbar vor einer Fahrt abrufen. Die Oberfläche darf deshalb keine Sicherheit vortäuschen. Eine farbliche Ampel, die unterhalb einer Schwelle grün zeigt, wäre problematisch, weil sie individuelle Unsicherheit und relative Fahruntüchtigkeit ausblendet. Besser ist eine neutrale Ergebniszone mit Spanne, klarer Warnung und sicheren Alternativen.
Pflichtangaben sollten Getränkemenge, Volumenprozent, Beginn und Ende sowie Körpergewicht umfassen. Der Verteilungsfaktor sollte transparent erklärt oder aus Körpergröße und Gewicht als Modellwert angenähert werden. Voreinstellungen dürfen nicht unbemerkt übernommen werden. Bei jeder Änderung muss sichtbar bleiben, dass es sich nicht um einen medizinischen Messwert handelt.
| UX-Element | Empfehlenswerte Umsetzung | Zu vermeidende Aussage |
|---|---|---|
| Ergebnis | Bandbreite und Rechenannahmen anzeigen | „Sie haben exakt 0,42 ‰“ |
| Zeitangabe | modellhaften Verlauf ohne Freigabe zeigen | „Ab 07:35 Uhr dürfen Sie fahren“ |
| Farbe | neutral, Warnhinweis dauerhaft sichtbar | grünes „sicher“ unter 0,5 ‰ |
| Eingaben | Glasgröße und Volumenprozent einzeln erfassen | pauschal „ein Bier“ ohne Größe |
| Abbau | konservative Spanne erklären | fester persönlicher Wert ohne Messung |
| Handlungsoption | Taxi, ÖPNV, Abholung, Übernachtung | Aufforderung, den Grenzwert auszureizen |
Das Ergebnis sollte nicht lokal oder serverseitig länger gespeichert werden als technisch nötig. Angaben zu Körpergewicht, Trinkverhalten und Zeitpunkt können sensible Rückschlüsse erlauben. Eine transparente Datenschutzerklärung, minimale Datenerhebung und keine unnötige Weitergabe an Werbenetzwerke sind daher sinnvoll. Für die reine Berechnung kann eine lokale Verarbeitung im Browser bevorzugt werden.
Rechenweg offenlegen
Nutzer sollten sehen können, wie aus Millilitern und Volumenprozent Gramm Alkohol entstehen, welcher Verteilungsfaktor eingesetzt und welcher Zeitabzug modelliert wurde. Ein erklärbarer Rechenweg verhindert, dass die Zahl als geheimnisvolle Messung wahrgenommen wird. Gleichzeitig muss deutlich sein, dass mehr Transparenz das Modell nicht zu einer sicheren Diagnose macht.
Ein konservativer Rechner kann mehrere Szenarien anzeigen: langsamer, mittlerer und schneller modellhafter Abbau sowie unterschiedliche Verteilungsfaktoren. Der höchste Wert der Spanne ist trotzdem keine garantierte Obergrenze. Wenn Eingaben unplausibel sind – etwa extrem hohe Trinkmengen, sehr kurze Zeit oder Minderjährigkeit – sollte die Anwendung zusätzliche Sicherheits- und Notfallhinweise zeigen.
Sichere Planung statt Grenzwertrechnung
Die wirksamste Entscheidung fällt vor dem ersten Getränk. Wer fahren muss, bleibt alkoholfrei. Wer trinken möchte, plant Rückfahrt, Übernachtung oder eine nüchterne Fahrperson. Der Fahrzeugschlüssel kann bewusst abgegeben werden, bevor Urteilsfähigkeit und Impulskontrolle nachlassen. Gruppen sollten klären, dass die bestimmte Fahrperson tatsächlich keinen Alkohol und keine beeinträchtigenden Substanzen konsumiert.
Öffentlicher Nahverkehr, Taxi, Fahrdienst oder Abholung kosten meist weniger als ein Bußgeldverfahren, Unfall oder Führerscheinverlust. Ein Fahrrad oder E-Scooter ist keine sichere rechtliche Ausweichlösung. Auch zu Fuß kann starke Alkoholisierung gefährlich sein; niemand sollte eine bewusstseinsgetrübte Person allein lassen.
Am Folgetag gilt dieselbe Vorsicht. Ein früher Arbeitstermin macht den Abbau nicht schneller. Falls die Fahrt beruflich unverzichtbar erscheint, muss eine Vertretung oder alternative Anreise organisiert werden. Arbeitgeber können für sicherheitsrelevante Tätigkeiten eigene strengere Null-Alkohol-Regeln vorgeben.
Bei regelmäßigem Kontrollverlust, Gedächtnislücken oder dem Gefühl, ohne Alkohol nicht abschalten zu können, ist medizinische oder suchtbezogene Beratung sinnvoll. Eine Bußgeldseite sollte niedrigschwellig auf seriöse Hilfsangebote verweisen und nicht nur Sanktionen erklären.
Für Veranstaltungen empfiehlt sich eine klar kommunizierte Rückfahrstrategie: Fahrpläne vorher speichern, Taxikosten teilen, Übernachtungsplätze festlegen und eine erreichbare Kontaktperson bestimmen. Das verhindert, dass am Ende der Nacht unter Zeitdruck neu entschieden wird. Wer eine nüchterne Person als Fahrer benennt, sollte nicht auf sie einwirken, „nur ein Glas“ zu trinken. Sicherheit entsteht durch eine einfache Regel, nicht durch das möglichst genaue Heranrechnen an eine juristische Grenze.
Häufige Fragen zum Promillerechner
Wie genau ist ein Online-Promillerechner?
Er liefert nur eine Modellschätzung. Unbekannte Trinkmenge, Körperzusammensetzung, Resorption und Abbau können das Ergebnis deutlich verändern. Zwei Nachkommastellen sind keine Messgenauigkeit.
Wie schnell baut der Körper Alkohol ab?
Als grobe Modellspanne werden oft 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde genannt. Individuelle Werte weichen ab. Kaffee, Dusche und Bewegung beschleunigen den Leberabbau nicht zuverlässig.
Kann ich bei einem berechneten Wert unter 0,5 fahren?
Nein, daraus folgt keine sichere Fahrfreigabe. Bereits niedrigere Werte können mit Ausfallerscheinungen strafbar sein; für Unter-21-Jährige und Personen in der Probezeit gilt ein Alkoholverbot.
Wann ist der höchste Wert erreicht?
Das hängt von Getränk, Magenfüllung, Trinktempo und Person ab. Der Blutalkohol kann nach dem letzten Getränk noch weiter steigen. Ein fixer Zeitpunkt lässt sich mit dem Rechner nicht sicher bestimmen.
Hilft Essen gegen Promille?
Essen kann die Aufnahme verlangsamen und den Verlauf verändern, verhindert Alkohol im Blut aber nicht. Ein späterer Spitzenwert kann sogar dazu führen, dass man sich zu früh sicher fühlt.
Kann ein privater Atemtester Sicherheit geben?
Private Geräte unterscheiden sich in Qualität, Kalibrierung und Bedienung. Ein niedriger Wert ist keine rechtliche Garantie. Die sichere Entscheidung nach Alkoholkonsum lautet, nicht zu fahren.
Gilt die 1,6-Promille-Grenze auch für E-Scooter?
Nein. E-Scooter sind Kraftfahrzeuge; für sie gelten grundsätzlich die Kraftfahrzeuggrenzen. 1,6 Promille ist die Schwelle der absoluten Fahruntüchtigkeit beim Fahrrad.
Was tun bei Verdacht auf Alkoholvergiftung?
Bewusstseinsstörung, langsame oder unregelmäßige Atmung, Erbrechen bei fehlender Reaktion und Unterkühlung sind Notzeichen. 112 rufen, Atmung kontrollieren, stabile Seitenlage bei normaler Atmung und die Person nicht allein lassen.
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Quellen
Redaktioneller Hinweis: Der Rechner ist ein Präventions- und Bildungswerkzeug, keine medizinische Messung und keine Fahrfreigabe. Bei Alkohol: Fahrzeug stehen lassen. Diese Informationen ersetzen keine medizinische oder rechtliche Beratung.