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Beim Überholen einen Fehler gemacht?

Überholen ist der Vorgang, bei dem sich die schwersten Fehler am teuersten rächen: Wer bei unklarer Verkehrslage ausschert und dabei jemanden gefährdet, zahlt 250 Euro, kassiert zwei Punkte und verliert einen Monat den Führerschein. § 5 StVO stellt dafür klare Bedingungen auf, die in der Praxis regelmäßig unterschätzt werden — vor allem die Pflicht, wesentlich schneller zu sein als der Überholte. Dieser Ratgeber erklärt die Regeln, die Bußgeldstaffel und die Besonderheiten beim Rechtsüberholen.

Rechnen Sie hier aus, was das kostet!

Bußgeldtabelle: Überholverstöße
TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotLohnt ein Einspruch?
Bei unklarer Verkehrslage überholt100 €1
... mit Gefährdung250 €21 Monat
... mit Sachbeschädigung300 €21 Monat
Bei unklarer Verkehrslage trotz Überholverbot überholt150 €1
Trotz Überholverbot (Verkehrszeichen) überholt70 €1
Rechts überholt (innerorts)30 €eher nicht
... mit Sachbeschädigung35 €eher nicht
Rechts überholt (außerorts)100 €1
... mit Gefährdung120 €1
... mit Sachbeschädigung145 €1
Ohne ausreichenden Seitenabstand überholt30 €eher nicht
Beim Überholen die Geschwindigkeit erhöht30 €eher nicht
An einem Fußgängerüberweg überholt80 €1
Ohne wesentlich höhere Geschwindigkeit überholt80 €1
... mit Sachbeschädigung120 €1
Beim Wiedereinordnen andere behindert20 €eher nicht

Richtwerte nach aktuellem Bußgeldkatalog · Alle Angaben ohne Gewähr

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§ 5 StVO: Wann Überholen erlaubt ist — und wann nicht

Überholt wird grundsätzlich links, und nur, wenn während des gesamten Vorgangs eine Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen ist. Die zweite Bedingung wird oft übersehen: Sie müssen wesentlich schneller fahren als das überholte Fahrzeug. Als Faustregel gelten mindestens 10 bis 20 km/h Differenz; ein minutenlanges Nebeneinanderherfahren erfüllt den Tatbestand des Überholens ohne wesentlich höhere Geschwindigkeit und kostet 80 Euro plus einen Punkt. Verboten ist das Überholen bei unklarer Verkehrslage — also immer dann, wenn Sie nicht sicher beurteilen können, was vor Ihnen passiert: vor Kuppen, in unübersichtlichen Kurven, an Kreuzungen und Einmündungen. Hinzu kommen die durch Verkehrszeichen angeordneten Überholverbote (Zeichen 276, 277) und die Fahrstreifenbegrenzung als durchgezogene Linie.

Rechts überholen: innerorts harmlos, außerorts teuer

Beim Rechtsüberholen macht der Ort den entscheidenden Unterschied. Innerorts ist es auf Straßen mit mehreren markierten Fahrstreifen je Richtung erlaubt, dort dürfen Sie rechts schneller fahren als links — der Verstoß kostet in den Ausnahmefällen nur 30 Euro und bleibt punktefrei. Außerorts und auf der Autobahn dagegen ist Rechtsüberholen grundsätzlich untersagt und schlägt mit 100 Euro und einem Punkt zu Buche, bei Gefährdung mit 120 Euro. Eine wichtige Ausnahme gilt bei stockendem Verkehr: Steht der Verkehr auf der linken Spur, dürfen Sie rechts mit mäßig höherem Tempo vorbeifahren — allerdings nur mit einem Geschwindigkeitsunterschied von höchstens 20 km/h. Wer diese Grenze überschreitet, überholt unerlaubt rechts.

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Einspruch: Die unklare Verkehrslage ist Auslegungssache

Gerade weil der Vorwurf der unklaren Verkehrslage nicht messbar ist, sondern eine Wertung enthält, sind diese Bescheide angreifbar. Ob die Lage im konkreten Moment unklar war, hängt von Sichtverhältnissen, Streckenführung und Verkehrsdichte ab — Umstände, die im Bescheid oft nur pauschal behauptet werden. Bei Vorwürfen, die auf der Beobachtung eines Polizeibeamten beruhen, kommt hinzu, dass ein Überholvorgang aus fahrender Perspektive schwer präzise einzuschätzen ist. Da bei Gefährdung ein Regelfahrverbot droht, lohnt sich die Prüfung der Akte hier besonders: Häufig ergibt sich aus den Messprotokollen oder der Videoaufzeichnung ein anderes Bild als aus der Anzeige.

FAQ: Überholvorgang

Was kostet Überholen bei unklarer Verkehrslage?

Der Grundtatbestand liegt bei 100 Euro und einem Punkt. Kommt eine Gefährdung hinzu, steigt es auf 250 Euro, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot, bei Sachbeschädigung auf 300 Euro.

Darf ich rechts überholen?

Innerorts auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen je Richtung ja. Außerorts und auf der Autobahn nicht — dort kostet es 100 Euro und einen Punkt. Ausnahme: Bei stockendem Verkehr dürfen Sie rechts mit höchstens 20 km/h Differenz vorbeifahren.

Wie viel schneller muss ich beim Überholen sein?

Wesentlich schneller — die Rechtsprechung verlangt regelmäßig 10 bis 20 km/h Unterschied. Wer ohne diesen Abstand überholt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die 80 Euro und einen Punkt kostet.

Was gilt beim Überholverbotsschild?

Überholen trotz Zeichen 276 oder 277 kostet 70 Euro und einen Punkt. Kommt eine unklare Verkehrslage hinzu, sind es 150 Euro und ein Punkt.

Darf ich am Zebrastreifen überholen?

Nein. An Fußgängerüberwegen besteht Überholverbot, damit die Sicht auf querende Fußgänger frei bleibt. Der Verstoß kostet 80 Euro und einen Punkt.

Quellen und weiterführende Informationen

Stand: August 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr

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